JAPANISCHE KAMPFKÜNSTE
Nachfolgend findet sich eine Auflistung japanischer Kampfkünste (BUDO = Sammelbegriff für jap. Kampfkünste), die im Verein gelehrt und trainiert werden.

Nippon Jujitsu Kawaishi Ryu
Jujitsu ist eine traditionelle japanische waffenlose Kampfkunst, deren Grundprinzip „Siegen durch Nachgeben“ darin besteht, die Kraft und Bewegung des Gegenübers umzulenken und gegen die angreifende Person selbst zu nutzen. Jujitsu entwickelte sich aus verschiedenen japanischen Kampfstilen der Samurai und umfasst heute zahlreiche Techniken wie Würfe, Hebel, Festhaltetechniken, Schlagtechniken sowie Fall- und Rolltechniken. Ein wichtiges Merkmal ist, mit möglichst wenig eigener Kraft zu arbeiten und stattdessen Hebelwirkung, Ausweichen, Ablenkung, Timing und die Schwachstellen des Gegenübers zu nutzen. Neben der Selbstverteidigung fördert das Training körperliche Fähigkeiten wie Koordination, Gleichgewicht und Wahrnehmung und dient zugleich der persönlichen und charakterlichen Entwicklung. Im traditionellen Jujitsu steht daher nicht der sportliche Wettkampf im Mittelpunkt, sondern die Beherrschung der Techniken, die Vermeidung von Verletzungen und letztlich die Überwindung einer angreifenden Person möglichst ohne Kampf.

All-Style Karate
Karate, wörtlich „leere Hand“, ist eine weltweit verbreitete Kampfkunst, die sich durch Schnelligkeit, Konzentration und Präzision auszeichnet. Die Ursprünge des Karate reichen über chinesische Kampfkünste bis nach Okinawa zurück, wo ab dem 15. Jahrhundert verschiedene waffenlose Selbstverteidigungstechniken entstanden und sich zum heutigen Karate weiterentwickelten. Einen wichtigen Beitrag zur Verbreitung des modernen Karate leistete Gichin Funakoshi (Gründer des Shotokan-Karate), der Karate Anfang des 20. Jahrhunderts nach Japan brachte und dessen Entwicklung maßgeblich prägte. Das All-Style-Karate weist deutliche Ähnlichkeiten zum Shotokan-Karate auf, wurde jedoch durch Techniken und Bewegungsformen anderer Kampfkünste ergänzt und weiterentwickelt, wodurch ein vielseitiger und flexibler Kampfstil entstand. Das Training umfasst unter anderem Grundstellungen, Bewegungen, Schlag-, Stoß-, Block- und Fußtechniken, Kata, Kombinationen, Partnerübungen, Selbstverteidigung und Kumite und fördert neben den körperlichen Fähigkeiten auch Konzentration, Disziplin und Persönlichkeitsentwicklung.

Aikido
Aikido wurde von Morihei Ueshiba begründet und versteht sich als „Weg der Harmonie und des Geistes“, bei dem die Entwicklung von Körper und Geist gleichermaßen im Mittelpunkt steht. Die Kampfkunst nutzt vor allem harmonische Kreisbewegungen, Würfe und Hebel, um die Kraft eines Angriffs aufzunehmen, umzulenken und dadurch einen Angriff zu neutralisieren. Neben waffenlosen Techniken werden auch Stocktechniken, spezielle Stöße und der Umgang mit dem hölzernen Übungsschwert (Bokken) vermittelt. Im Gegensatz zu einem Kampf, bei dem es um Sieg oder Niederlage geht, strebt Aikido danach, Angriffe ohne Verletzung zu beenden und eine friedliche Lösung zu ermöglichen. Das Training fördert Disziplin, Geduld, Körpergefühl und geistige Ausgeglichenheit und eignet sich durch den Verzicht auf rohe Kraft für Menschen unterschiedlichen Alters und körperlicher Voraussetzungen.

Iaido
Iaido zählt zu den selteneren japanischen Budo-Künsten und ist eine überwiegend defensive Schwertkunst, bei der das Katana aus einer ruhigen und konzentrierten Haltung heraus schnell und kontrolliert gezogen wird. Ziel ist es, auf einen imaginären Angriff angemessen zu reagieren und durch präzise Bewegungen die Kontrolle über die Situation zu erlangen, ohne unnötige Kraft einzusetzen. Ein zentraler Bestandteil des Trainings sind Kata, also festgelegte Bewegungs- und Technikabläufe, die meist ohne reale Gegner ausgeführt und durch regelmäßige Wiederholung immer weiter verfeinert werden. Dabei stehen neben der technischen Präzision insbesondere Körperhaltung, Konzentration, Atmung, Timing und die bewusste Kontrolle von Geist und Bewegung im Mittelpunkt. Iaido verbindet somit die Beherrschung des Schwertes mit einer philosophischen und spirituellen Entwicklung und fördert Ruhe, Disziplin, Achtsamkeit und innere Ausgeglichenheit.

Ninjutsu
Ninjitsu bedeutet sinngemäß „heimliche, verstohlene Bewegung“ und entstand aus chinesischen Spionage- und Selbstverteidigungsmethoden, die nach Japan gelangten und dort weiterentwickelt wurden. In der japanischen Feudalzeit wurden Ninja vor allem für Spionage, Aufklärung, Nachrichtenübermittlung und verdeckte Aufträge eingesetzt und waren dafür in körperlicher Fitness, Tarnung und Anpassungsfähigkeit besonders geschult. Die Ausbildung umfasste unter anderem Gleichgewicht, Ausdauer, Beweglichkeit, Schwimmen, Klettern, lautlose Fortbewegung und den Umgang mit verschiedenen Waffen und Hilfsmitteln. Neben den körperlichen und taktischen Fähigkeiten verfügten Ninja über ein vielfältiges Repertoire an Ausrüstung und Techniken, wodurch sie in den Machtkämpfen der japanischen Feudalzeit als spezialisierte und schwer zu fassende Akteure eine bedeutende Rolle spielten.

Judo
Judo wurde von Jigoro Kano aus verschiedenen Jujitsu-Stilen entwickelt und ist heute ein weltweit verbreiteter Mattenkampfsport, der seit 1964 auch olympische Disziplin ist. Zu den wichtigsten Techniken gehören Würfe, Armhebel, Würge- und Festhaltegriffe, während gefährliche Techniken wie Schläge und Angriffe auf Druckpunkte im sportlichen Judo durch Regeln ausgeschlossen sind. Dadurch liegt der Schwerpunkt des modernen Judo auf Technik, Kraft, Körperbeherrschung und Wettkampferfolg und weniger auf der ursprünglichen Selbstverteidigung. Kano verband Judo ursprünglich mit philosophischen und ethischen Prinzipien wie dem „Siegen durch Nachgeben“, Bewegungsharmonie, persönlicher Entwicklung und der Entfaltung eines verantwortungsvollen Charakters. Mit der Gründung des Kodokan in Tokio im Jahr 1884 schuf Kano das Zentrum des Judo und trug später wesentlich dazu bei, die Kampfkunst auch außerhalb Japans bekannt zu machen.

Kobudo
Kobudo ist eine japanische Kampfkunst, die sich auf den Umgang mit traditionellen Waffen konzentriert und eng mit den Kampfkünsten Okinawas verbunden ist. Zu den typischen Waffen gehören unter anderem Bo (Langstock), Sai, Tonfa, Nunchaku und Kama, die jeweils eigene Techniken und Bewegungsformen erfordern. Im Training werden grundlegende Bewegungen, Partnerübungen und festgelegte Kata erlernt, durch deren wiederholtes Üben Technik, Koordination und Präzision verbessert werden. Dabei stehen nicht rohe Kraft, sondern Körperbeherrschung, Distanzgefühl, Timing, Bewegungsökonomie und der kontrollierte Einsatz der jeweiligen Waffe im Mittelpunkt. Wie andere traditionelle Budo-Künste versteht sich Kobudo nicht nur als Kampftechnik, sondern auch als Weg zur Entwicklung von Disziplin, Konzentration, Respekt und persönlicher Reife.

Kickboxen
Im Gegensatz zu traditionellen japanischen Kampfkünsten ist Kickboxen keine klassische Kampfkunst, sondern entstand in ihrer heutigen Form vor allem aus der Verbindung verschiedener westlicher und asiatischer Kampfsporttraditionen. Das Training umfasst Techniken wie Schläge, Tritte, Kombinationen, Distanzarbeit und Ausweichbewegungen. Neben der Verbesserung von Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Koordination und Reaktionsfähigkeit fördert Kickboxen auch Konzentration, Körperkontrolle und Selbstvertrauen. Im Mittelpunkt steht häufig der sportliche Aspekt mit Partnerübungen, Sparring und Wettkampf, wobei ein kontrollierter und verantwortungsvoller Umgang mit den eigenen Fähigkeiten einen wesentlichen Bestandteil des Trainings bildet.
